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Pressemitteilung vom 30.08.2010
InnovationsForum Hessen-Biotech 2010
25. August 2010, Marburg
Wachstumsmarkt Biotherapeutika:
Neue Herausforderungen für Forschung & Entwicklung
„Die Zukunft der hessischen Medizinregion ist mehr als viel versprechend.“ Mit diesen Worten eröffnete Regierungspräsident Dr. Lars Witteck (Regierungspräsidium Gießen) am Mittwoch im Marburger Technologie- und Tagungszentrum das erste hessische InnovationsForum zum Thema Biotherapeutika. Auf der eintägigen Fachtagung trafen sich rund 100 Fach- und Führungskräfte aus Industrie, Forschung und Entwicklung. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Aktionslinie Hessen-Biotech – angesiedelt in der landeseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft HA Hessen Agentur GmbH – und dem timm Clustermanagement Medizinregion Mittelhessen organisiert.
Neben einem hohen wirtschaftlichen Potenzial steht bei der Entwicklung von Arzneimitteln und Medizintechniken vor allem eines im Vordergrund: die Chance, Therapien mit hohem medizinischen Bedarf zu verbessern und die Lebensqualität von Patienten zu erhöhen. Die Wirkstoffe der Biotherapeutika nehmen Einfluss auf fehlgesteuerte Prozesse im Körper, vor allem im Immunsystem, und greifen die Erkrankung gezielt bei ihren Ursachen an. Dr. Holger Garn (Sterna biologicals GmbH) veranschaulichte das Grundprinzip: „Eine komplexe Erkrankung ist wie ein Orchester, das die falsche Musik spielt. Es genügt nicht, einzelne Spieler auszuwechseln. Man muss mit dem Dirigenten arbeiten.“ Im menschlichen Körper dirigieren die Gene.
Durch neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte sollen hochspezifische biotherapeutische Wirkstoffe, in-vitro-Diagnostika und Medizintechnik bis zur Marktreife gebracht werden. Dahinter steht nicht zuletzt auch eine ethische Forderung, die Jens Krüger, Vertreter des Hessischen Wirtschaftsminis¬teriums, auf den Punkt brachte: „Wir müssen medizinische Fortschritte allen Menschen zur Verfügung stellen.“ Vor allem bei Volkskrankheiten wie Allergien oder grippalen Infekten besteht ein hoher Bedarf in der Prävention und der Therapie.
Die Entwicklung bis zum klinisch zugelassenen Medikament kann sich jedoch als zäh erweisen. Prof. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, kennt die Probleme der Antragsteller: „Der Weg der Zulassungsprüfung in Deutschland und Europa ist schwieriger geworden“, resümiert er in der Veranstaltungs- Keynote. Das Paul-Ehrlich-Institut kann bei dem komplizierten Zulassungsverfahren beratend zur Seite stehen und verfügt über ein breites europäisches Netzwerk. In einem neu gegründeten Innovationsbüro begleitet es den gesamten Prozess der Arzneimittelzulassung. Wie wichtig die Bildung von Netzwerken und Plattformen für die Weiterentwicklung der gesamten Biotechnologie ist, betonte auch Dr. Detlef Terzenbach von der Hessen Agentur und verwies auf die zahlreichen Fördermöglichkeiten des Landes Hessen.
In der Produktion und Anwendung müssen nicht nur die Medikamente höchsten Standards entsprechen, sondern auch die Laborinstrumente und -ausrüstungen. „Quality by Design“ fasst Dr. Hubertus Bludau den Grundsatz des Qualitätsmanagements bei der Abbott Diagnostics Deutschland GmbH in seinem Vortrag zusammen. Vor allem bei der Medikamenten- und Gerätesicherheit tragen die Hersteller eine große Verantwortung. „Ein verunreinigtes Diagnose-Kit, eine fehlerhaft programmierte Blutpumpe oder eine kontaminierte Infusionslösung können verheerende Auswirkungen für die Patienten haben, weiß auch Dr. Andreas Weißflog vom timm Clustermanagement.
Während der Fachtagung gaben Referenten in insgesamt 14 Kurzvorträgen einen fundierten Überblick über die gesamte Bandbreite des Wachstumsmarktes Biotherapeutika, darunter Vertreter der CSL Behring GmbH, der Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, der Hochschulen in Gießen und Marburg und weitere namhafte Institutionen. In einer Begleitausstellung standen darüber hinaus viele Einrichtungen mit kompetenten Ansprechpartnern zur Verfügung. Zusätzlich bot eine Partnering-Lounge die Möglichkeit, neue Partner für die eigenen Geschäfte und Forschungsprojekte zu gewinnen.
Quelle: Pressemitteilung der HA Hessen Agentur GmbH Aktionslinie Hessen-Biotech vom 27.08.2010
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